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Giftige Tiere
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Giftige Tiere
![]() Giftige MeeresbewohnerObwohl viele Meeresbewohner mit Gift auf die Jagd gehen bzw. sich verteidigen, sind nur wenige für den Menschen gefährlich. Und so werden nur die allerwenigsten Tauchunfälle durch den unerwünschten Kontakt mit gefährlichen Meerestieren verursacht. Kommt es doch einmal zum Kontakt, sind Verletzungen fast immer das Resultat einer Verteidigungshandlung des Tieres gegen einen zu aufdringlichen Taucher. Daher kann ein jeder Sporttaucher durch angemessenes Verhalten die Gefahr einer Verletzung durch Meerestiere auf ein absolutes Minimum reduzieren:Kommt es doch einmal zu einer Vergiftung durch ein Meerestier, sind folgende Behandlungsmaßnahmen einzuleiten: - Verhinderung der Ausbreitung des Giftes im bzw. am Körper. - Behandlung der Auswirkungen eines sich bereits im Körper ausbreitenden Giftes durch: Schmerzbekämpfung/Unterstützung der Atmung/Unterstützung der Herz-Kreislauf-Funktionen/Erhaltung der Nierenfunktion und Verhütung von Sekundärinfektionen. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über regelmäßig anzutreffende giftige Riffbewohner, also Tiere wärmerer Meere. Auch Behandlungsmöglichkeiten werden aufgezeigt. In die Gruppe der Nesseltiere zählen die Korallen und Quallen. Etliche Arten sind mit starken Nesselgiften ausgerüstet. Bei einer Berührung wird das Gift explosionsartig mit einem Pfeil aus den Nesselzellen des Tieres in die Haut injiziert. In den meisten Fällen sind die Auswirkungen nur oberflächlich und auf die jeweilige Hautregion begrenzt (z.B. Feuerkorallen, Seeanemonen, Seefarne, Feuerschwämme und die meisten Quallen). Behandlung: Nach dem Verlassen des Wassers sofort die betroffene Stelle ab-trocknen und Reste des Nesseltieres vorsichtig entfernen, ohne dass sich weitere Nesselzellen entladen. Zur Neutralisation der Nesselzellen kann der Bereich mit Alkohol, Formalin, Salmiakgeist oder Seifenlauge beträufelt werden. Die weitere Behandlung kann mit Corticoiden und Anästhesinsalbe erfolgen. Die giftigste Quallenart ist die in den Wintermonaten Australiens an dessen Nordküste auftretende Seewespe. Sie gehört in die Familie der Würfelquallen und kann tödlich sein. Quallenreste am Körper sind sofort mit Haushalts-Weinessig bzw. 5%iger Essigsäure zu inaktivieren. Rotfeuerfische sind nachtaktive Jäger im Riff.Einige der Rücken-, Bauch- und Afterflossenstrahlen können bei Berührung ein schmerzhaftes aber nicht tödliches Gift injizieren. Zu Unfällen kommt es aber nur, wenn das Tier in die Enge getrieben wird und am Taucher vorbei zu fliehen versucht. Steinfische setzen auf Tarnung und sind entsprechend ihres Namens wie Korallengestein getarnt. Dazu bewegen sie sich kaum und warten auf vorbeischwimmende Beute.Da der Fisch erst sehr spät die Flucht ergreift, ist die Gefahr bei einem Spaziergang auf ihn zu treten oder beim Festhalten auf ihn zu langen groß. Auch hier liegen die Giftstacheln in den Flossenstrahlen am Rücken, Bauch und After. In äußerst seltenen Fällen ist das starke und sehr schmerzhafte Gift für den Menschen tödlich. Auch Drachenköpfe weisen die giftinjizierenden Flossenstrahlen auf. Wie die Steinfische vertrauen sie auf Tarnung und fliehen nur selten. Das Gift ist aber weitaus weniger gefährlich als das des Steinfisches. Stachelrochen haben am Schwanz einen Giftstachel, der zur Verteidigung am peitschenden Schwanz aufgestellt wird. Dieser Stachel kann tiefe Wunden reißen und giftiges Drüsengewebe in den Wunden abstreifen. Insbesondere Herz-Kreislauf-Funktionen werden beeinträchtigt. Die Verletzung ist sehr schmerzhaft. Das Auswaschen der Wunde mit einer leichten Säurelösung (Essig, Zitronensäure) ist empfehlenswert. Auf diese Weise wird das alkalische Gift der Rochen neutralisiert. Auch einige Seeigelarten verfügen über einen giftproduzierenden Drüsenapparat. Bei Druck auf die Stachelspitzen wird das Gift in den Körper injiziert. Der Schmerz klingt gewöhnlich nach ca. 1 Stunde ab. Stacheln sind soweit möglich mit einer Pinzette oder durch Hinausdrücken zu entfernen. Der Abbau nicht entfernbarer Stacheln kann durch das Beträufeln mit Zitronensaft gefördert werden. Kegelschnecken weisen oftmals äußerst schöne Gehäuse auf und werden von Tauchern gerne gesammelt. Alle Arten jagen mit einem Giftpfeil. Einige wenige Arten sind für den Menschen lebensgefährlich, da die Vitalfunktionen zum Erliegen kommen können. Der mit großer Kraft geschleuderte Giftpfeil durchdringt problemlos die menschliche Haut. Blaupunkt Oktopus (auch Blauring-Oktopus) bewohnt die flachen Küstengebiete Australiens bis hin zu den Philippinen. Der äußerst kleine Vertreter der Kopffüßler lädt zum Spielen ein bzw. wird manchmal unbemerkt mit einem Schneckengehäuse oder ähnlichem in die Tasche gesteckt. Dabei sondern seine Speicheldrüsen ein äußerst wirksames Gift, welches dem der Kugelfische ähnelt, ab. Dornenkronen sind große Seesterne, die sich an Korallenpolypen vergehen und damit in großer Zahl das Riff schädigen. Bei von Tauchern durchgeführten Säuberungsaktionen kann es zur Stichverletzung durch das Tier kommen. Nur bei dieser Seesternart sind die Stacheln vom giftigen Drüsengewebe überzogen. Eine Verletzung ist sehr schmerzhaft. Übelkeit und Kreislaufbeschwerden treten bei mehreren Stichen auf. Stacheln sind mit einer Pinzette zu entfernen. Seeschlangen bedeuten für Taucher und Schnorchler kaum eine Gefahr. Zum einen sind sie oftmals sehr scheu, zum anderen ist ihr Gebiss meist zu klein um den Menschen zu beißen. Treffen Sie doch einmal auf eine etwas neugierigere Art, verhalten Sie sich ruhig und wenden keine Gewalt an. Auch sollten Sie eine Seeschlange nie mit aus dem Wasser nehmen. Die Tiere werden dann sehr aggressiv. Nach einem oftmals unbemerkten Biss kommt es meistens zum Atemstillstand. Nach dem Verlassen des Wassers sofort die betroffene Stelle ab-trocknen und Reste des Nesseltieres vorsichtig entfernen, ohne dass sich weitere Nesselzellen entladen. Zur Neutralisation der Nesselzellen kann der Bereich mit Alkohol, Formalin, Salmiakgeist oder Seifenlauge beträufelt werden. Die weitere Behandlung kann mit Corticoiden und Anästhesinsalbe erfolgen. Die giftigste Quallenart ist die in Australien im Winter an der Nordostküste auftretende Seewespe. Sie gehört in die Familie der Würfelquallen und kann tödlich sein. Quallenreste am Körper sind sofort mit Haushalts-Weinessig bzw. 5%iger Essigsäure zu inaktivieren. S. auch Bericht in der Rubrik Tauchreisen/Australien/Great Barrier Reef. Sämtliche der beschriebenen Stich- und Bissgifte bestehen aus einem Cocktail an Eiweißsubstanzen. Da Eiweiße bei Temperaturen von über 50°C zerstört werden, sind all diese Gifte hitzeempfindlich. Bei der Soforthilfe sollten daher heiße Kompressen von 50-70°C um die betroffene Stelle gelegt werden oder die betroffene Gliedmaße in entsprechend heißes Wasser gebadet werden. Auch ein Ausbluten kann die Verbreitung des Giftes reduzieren. Schneiden Sie hierfür die Wunde kreuzweise auf. Ein Absaugen darf nur mit Hilfsmitteln (z.B. einem Schnorchel) durchgeführt werden, da sonst die Gefahr der Vergiftung des Helfers besteht. Weiterhin empfiehlt sich die Hochlagerung der betroffenen Gliedmaße. Dies verringert deren Durchblutung und damit die weitere Verbreitung des Giftes. |