Home Tauchreisen Tauchinfos Fotogalerie    Kontakt Impressum

 Kindertauchen

 Zurück
 Allgemeines
 Bedingungen
 Verbände
 Medikamente


Tauchen mit Kindern

Drachenkopf Kofferfisch Blaupunktrochen Barsch



Allgemeine Informationen

Die Kinder tauchender Eltern wollen meist sehr früh in das Hobby mit einbezogen werden und oftmals wünschen sich auch die Eltern eine Teilnahme ihrer Sprösslinge am Tauchsport. Hemmend wirkt dabei die Unsicherheit über die möglichen Folgen auf die Entwicklung des Kindes. Neben den möglichen schädigenden Einflüssen, kann auch das geistige Verständnis und die Aufnahmefähigkeit des Kindes noch zu gering ausgeprägt sein. Denn ohne ein wenig Theorie geht es eben nicht.
Schließlich sollte das Kind den Wunsch zum Tauchenlernen von sich aus äußern und nicht durch ehrgeizige Eltern bedrängt werden. Hier finden Sie ein paar nützliche Informationen zum medizinischen Erkenntnisstand, den Regelungen der einzelnen Verbände und Tauchschulen sowie Tauchfirmen, die sich auf das Kindertauchen spezialisiert haben.

Erst in jüngster Zeit haben Tauchsportverbände das Einstiegsalter für Kinder und Jugendliche herabgesetzt. Mitverantwortlich für diesen späten Einstieg in das Kindertauchen ist wohl die Ungewissheit hinsichtlich der möglichen Folgeschäden für die kindliche Entwicklung bei einem zu frühen Start der Tauchkarriere.
Mittlerweile gibt es aber ein paar mehr Erfahrungen und so scheinen sich die Verbände zu einem sanften Einstieg entschlossen zu haben.
Dennoch muss jedem Elternteil klar sein, dass die physischen und psychischen Besonderheiten des Kindes während seiner Entwicklung, dem Tauchsport gewisse Grenzen setzen. Und ein minimales Restrisiko bleibt wohl immer. Echte Langzeitstudien zum Kindertauchen gibt es noch nicht und werden wohl noch eine Weile auf sich warten lassen. Bei Erwachsenen hingegen hat man schon so einige Langzeitschäden (die fast alle auf falsches Tauchverhalten zurückzuführen sind) nachweisen können. Je früher der Einstieg in den Tauchsport, desto größer die Gefahr für Langzeitschäden.


Körperliche Bedingungen bei Kindern

Man geht heute davon aus, dass Kinder mit 8 Jahren in der Lage sind, die minimal notwendige Tauchtheorie zu verstehen und sich auch entsprechend zu verhalten. Vor dem 8. Lebensjahr können manche Aspekte aufgrund des fehlenden Abstraktionsvermögens nicht begriffen und verarbeitet werden. Aber insbesondere körperliche Bedingungen müssen berücksichtigt werden, wenn Kinder Tauchen lernen.

   Lungen

Erst ab dem 8. Lebensjahr sind bei allen Kindern die Lungen mit ihren Lungenbläschen voll ausgebildet. Vor dem 8. Lebensjahr kann es zur Sauerstoffunterversorgung kommen.

   Wärmehaushalt

Kinder weisen aufgrund der im Verhältnis zum Körpervolumen größeren Körperoberfläche als bei Erwachsenen eine höhere Anfälligkeit gegen niedrige oder auch hohe Temperaturen auf. Durch die große Oberfläche kühlt der Körper eines Kindes im Wasser noch schneller aus als der Körper eines Erwachsenen. Daher sollte unbedingt dafür Sorge getragen werden, dass das Kind beim Schnorcheln oder Tauchen einen gut passenden Neoprenanzug trägt, der an Armen, Beinen und Hals auch wirklich abschließt. Da der größte Wärmeverlust über den Kopf erfolgt ist eine Kopfhaube ratsam. Weiterhin sollten Tauchgänge kürzer als bei Erwachsenen sein:
  •   8 bis 10 Jahre: 15 - 25 Minuten
  • 11 bis 12 Jahre: 20 - 30 Minuten
  • 13 bis 14 Jahre: 25 - 30 Minuten

  • Auf diese Weise wird die Gefahr der Unterkühlung reduziert und gleichzeitig der verkürzten Konzentrationsfähigkeit vieler Kinder Rechnung getragen. Tauchgänge im Wasser mit weniger als 12° Celsius sollten mit Kindern nicht durchgeführt werden. Da Kinder über ihre im Verhältnis größere Oberfläche auch mehr Wärme aufnehmen können, ist die Gefahr der Überhitzung gegeben. Lassen Sie Ihre Kinder deshalb nie länger mit dem Neoprenanzug in der Sonne stehen und sorgen Sie im Urlaub für reichlich Flüssigkeitsaufnahme.

       Herz - Kreislauf

    Bis heute sind keine Folgeschäden für das Herz-Kreislaufsystem durch das Tauchen diagnostiziert worden. Bestehende Erkrankungen können eine Tauchtauglichkeit ausschließen. Dies entscheidet der Arzt im Einzelfall.

       Ohren

    Erkrankungen der Ohren treten bei Kindern am häufigsten auf. Wie bei Erwachsenen können diese durch sich im Wasser befindliche Bakterien und durch Luftzug hervorgerufen werden. Empfehlenswert ist das regelmäßige Spülen mit einer Lösung aus 50% destilliertem Wasser und 50% Alkohol. Nie in den juckenden Ohren mit dem Finger oder Wattestäbchen bohren! Fangen die Ohren an leicht zu schmerzen, empfiehlt sich das Einträufeln handwarmer Otipax Ohrentropfen. Noch häufiger sind bei Kindern aber Ohrerkrankungen das Resultat von Barotraumen. Die Kinder vergessen in ihrer Aufregung eben doch schneller mal den Druckausgleich. Dieser ist für Kinder aufgrund der größeren Eustachischen Röhre ohnehin schwieriger.

       Skelett und Muskeln

    Die langjährige Annahme, dass durch das Tauchen das Knochenwachstum gestört werden könnte, ist so nicht haltbar. Taucht man innerhalb der Nullzeit und hält sich auch sonst an alle Regeln des sicheren Tauchens, sollte es in den Knochen des Kindes zu keiner größeren Blasenbildung kommen. Das ist ohnehin schwerer als beim Erwachsenen, da das kindliche Knochengewebe besser durchblutet ist. Allerdings hat der kindliche Bewegungsapparat noch nicht die Stärke eines Erwachsenen und so sollte das schwere Tauchequipment (Flaschen und Blei)an Land nie von Kindern getragen werden. Ohnehin empfiehlt es sich, hier zur Gewichtsreduktion und aufgrund der kürzeren Tauchzeiten auf kleinere Flaschen umzusteigen - 5 bis 7 Liter Flaschen sind ausreichend.


    Tauchverbände für Kindertauchen

    Mittlerweile bieten die drei gängigen Tauchsportorganisationen CMAS Germany, PADI und SSI das Tauchen auch für Kinder an und verfügen hierfür über speziell ausgebildete Tauchlehrer. Allerdings zeigt sich, dass jenseits aller Richtlinien gerade beim Kindertauchen viel von der Persönlichkeit der Ausbilder abhängt. Eigenes Engagement, Einfühlungsvermögen und Kreativität trennen die Spreu vom Weizen.

       CMAS Germany

    Im Gegensatz zu PADI und SSI gibt es bei der CMAS und ihren Partnerverbänden wie dem VDST keine speziellen Lehrmaterialien für das Kindertauchen. Tauchlehrer müssen aber eine Zusatzausbildung absolvieren, um Jugendtauchscheine zertifizieren zu können. Grundsätzlich beträgt die maximale Tauchzeit bei allen Kursen 25 Minuten. Damit wird der schnelleren Auskühlung und der geringeren Konzentrationsfähigkeit der Kinder Rechnung getragen.
  • Der Junior CMAS* darf schon ab 8 Jahren begonnen werden.
  • Der Junior CMAS** ist ab 9 Jahren möglich und erlaubt Tauchgänge in eine Tiefe von bis zu 8 Metern.
  • Für die 10-14 Jährigen gibt es dann noch den Junior CMAS***.


  • Voraussetzungen Anfängerkurs:
  • Tauchtauglichkeit (Attest)
  • mind. 8 Jahre
  • Schwimmerfahrungen
  • Schnorchelbrevet (empfohlen)


  • Ausbildungsort:
  • Pool


  • Theorie:
  • Ausrüstung kennen und beschreiben
  • Sicherheitsregeln lernen
  • Unterwasserzeichen geben und zeigen
  • gefährliche Tiere kennen
  • einen Tauchgang beschreiben


  •    PADI

    Mit dem Bubblemaker (Schnuppertauchen) und dem PADI-Sealteam-Programm ermöglicht PADI Kindern ab 8 Jahren den Eintritt ins Taucherleben. Ab 10 Jahren kann dann bereits der Junior Open Water Diver in Angriff genommen werden. Die Ausbildungsmaterialien gleichen denen der Erwachsenen. Ab 15 Jahren kann dann das Juniorbrevet in ein vollwertiges Brevet umgeschrieben werden. Dabei stehen dem Junior ab dem 12. Lebensjahr auch die Kurse Advanced Open Water Diver und Rescue Diver sowie 10 ausgewählte Specialties zur Verfügung. Getaucht wird auf allen Ausbildungsstufen stets in Begleitung eines Erwachsenen und bis maximal 18 Meter Tiefe. PADI-Tauchlehrer werden nicht speziell für die Ausbildung der Kinder geschult.

    Voraussetzungen:
  • Tauchtauglichkeit (Attest)
  • mind. 8 Jahre
  • Schwimmerfahrungen


  • Ausbildungsort:
  • Pool


  • Theorie:
  • je nach Aqua Mission


  • Ausbildungsmaterial:
  • Video, Buch und Logbuch


  •    SSI

    SSI hat für Kinder das Scuba Ranger Programm ins Leben gerufen. Ab einem Alter von 8 Jahren können die Kinder loslegen und 5 verschiedene Ranger Titel ertauchen. Ab dem 10. Lebensjahr besteht die Möglichkeit zur Teilnahme am Junior Open Water Diver Kurs. Mit einem Sonderkurs und dem Orientierungs-Specialty sowie mindestens 12 geloggten Tauchgängen, ist der Junior Open Water Diver perfekt. Ein Advanced Kurs kann sich anschließen.
    Wie bei PADI besteht auch hier die Möglichkeit, mit 15 Jahren eine Umschreibung auf die 'normalen' Brevets durchzuführen. Tauchlehrer erhalten bei der Teilnahme an Kursen für das Kindertauchen spezielles Ausbildungsmaterial.

    Voraussetzungen:
  • Tauchtauglichkeit (Attest)
  • mind. 8 Jahre
  • Schwimmerfahrungen


  • Ausbildungsort:
  • Pool oder poolähnliche Bedingungen im Freiwasser


  • Theorie:
  • je nach Ranger Status


  • Ausbildungsmaterial:
  • Video, Buch und Logbuch


  • Der Markt hat auf die Erweiterung des Tauchsports auf das junge Publikum reagiert. So gibt es eine Reihe von Firmen, die spezielle Tauchausrüstungen für Kinder und Jugendliche produzieren.


    Medikamente für Kinder

    Versorgen Sie sich für den Urlaub mit Ihren Sprösslingen auch mit den wichtigsten Medikamenten für Kinder. Hotels sind oftmals nicht mit speziellen Kinderpräparaten ausgestattet. Die einfache Halbierung vorrätiger Präparate für Erwachsene ist in den seltensten Fällen ratsam.
  • Fieber und Schmerzen:
  • Nurofen (Kinderfiebersaft oder Paracetamol als Saft, Tropfen oder Zäpfchen.
        Ist in den Tropen kühl zu lagern.
  • Durchfall und Erbrechen:
  • Iberogast (Tropfen), Oralpädon (Salzlösung), Vomix
  • Ohrenschmerzen:
  • Otipax oder Polydexa (letzteres nicht bei einem Trommelfellriss)